Heute möchte ich darüber sprechen, wie man alten Hunden das Leben auch im Haushalt erleichtern kann.

Dass alte Hunde langsamer werden und oft durch altersbedingt gesundheitliche Probleme eingeschränkt sind, ist nichts Neues. Es wird daher ab einem gewissen Punkt doppelt wichtig für den/die HalterIn, nun genauer auf den Hund zu achten, geduldig mit ihm zu sein und tägliche Abläufe dem Tempo des alternden Hundes anzupassen.

Man kann einem alten Hund aber auch durch ein paar Umstellungen im Haushalt helfen, das Leben ein wenig einfacher zu gestalten.

 

Futternapf
Von einem Hundetrainer in seinem Kabarett bissig aufs Korn genommen und viel belächelt ist der erhöhte Futternapf. Doch die Wirbelsäule des alten Hundes ist nicht mehr so geschmeidig und biegsam wie die eines jungen Hundes. Arthrosen und Spondilosen schmerzen sehr und es kann für den Hund eine erhebliche Erleichterung darstellen, den Kopf und Hals zum Fressen nicht so weit hinunterstrecken zu müssen.

Der Futternapf sollte in der Höhe so angepasst sein, dass der Hund mit gerader Wirbelsäule fressen kann.

 

Ecken und Winkel
Es gibt sie tatsächlich, die Demenz bei Hunden. Viele HalterInnen alter Hunde berichten, dass ihr Hund mit dem Kopf voran in einer Ecke steht und „nicht mehr hinausfindet“.

Auch die alternden Sinne des Hundes (Sehen, Hören) tragen dazu bei, dass dieser sich eventuell nicht mehr so gut orientieren kann wie früher. Er „verirrt“ sich daher in einer verwinkelten Möbelkonstruktion, oder einem Spalt zwischen der großen Topfpalme und dem Schreibtisch und findet dann keine Möglichkeit mehr zurück, muss von seinem Frauchen befreit werden.

Es ist daher wichtig, verwinkelte Ecken oder Möbelkonstruktionen zu vermeiden und das Zuhause des gealterten Hundes offen und übersichtlich zu gestalten.

 

Teppiche
Teppiche erleichtern einem alten Hund das Leben erheblich. Oft sind die ergrauten Vierbeiner nicht mehr so sicher auf den Pfoten und ein glatter Boden wird daher zum täglichen Hindernis, das mit ein paar Teppichen leicht gelöst werden kann.

Der zusätzlich wunderbare Effekt von Teppichen: alte Hunde benutzen ihre Beine und Pfoten oft nicht mehr so aktiv, oft bekommen sie eine Art Schleifgang (ich rede an dieser Stelle nicht vom für Degenerative Myelopathie typischen Zehenschleifen, sondern von altersbedingter „Schlampigkeit“). Ein taktiler Teppichweg – also eine Spur aus verschiedenartigen Teppichen – hilft dem Hund daher nicht nur über den rutschigen Untergrund, die Zehen- und Pfotenballen werden dabei auch aktiviert und animiert. Für so einen Teppichweg eignen sich ganz besonders Türmatten, da sie in unterschiedlichster Form und Borstenstärke erhältlich und im Normalfall auch mit einer rutschfesten Unterseite ausgestattet sind.

 

Liegeplätze
Viele Hunde lieben erhöhte Liegeplätze. Nur der Sicherheit des alten Hundes wegen diese Plätze unzugänglich zu machen, wäre aber ziemlich grausam. Viel eher sollte man darauf achten, dass der Hund einen einfachen und sicheren Auf- und Abstieg vorfindet und entweder gar nicht hinunter springen muss, oder zumindest eine rutschfeste Unterlage bei seinem Auf- und Abspringplatz vorfindet.

Sehr viele alte Hunde werden im Alter auch sehr kälteempfindlich. Ein Platz an der Heizung sollte diesen Hunden daher auf jeden Fall angeboten werden – das Gerücht, dass es bei der Heizung zu warm und trocken für Hunde ist, möchte ich hier ausräumen. Wärme tut alten Hunden gut und wenn man sich große Sorgen um die Schleimhäute des Hundes macht, kann man doch ganz einfach ein nasses Tuch auf die Heizung hängen.

Nun werden Hunde im Alter häufig inkontinent. Ist dieses Problem mit Medikamenten nicht in den Griff zu bekommen, bietet es sich an, saugfähige Auflagen, die man in jedem gut sortierten Geschäft für Krankenpflegeprodukte erhält zwischen eine dünne Decke und den eigentlichen Liegeplatz zu legen, damit man nicht immer das ganze Körbchen waschen muss, wenn einmal ein paar Tropfen daneben gehen.

 

Rückzugsort
Ältere Hunde haben ein erhöhtes Ruhebedürfnis. In einem geschäftigen Haushalt, in dem eventuell jüngere Artgenossen oder auch Kinder unterwegs sind, ist es ratsam einen Rückzugsort für den alten Hund zu schaffen.

Wie eingangs schon erwähnt ist es dabei sinnvoll, den Rückzugsort nicht verwinkelt, sondern übersichtlich genug zu gestalten – also zum Beispiel ein eigenes Zimmer untertags für den Hund zu reservieren, zu dem Kinder, jüngere Hunde oder Besuch keinen Zutritt haben.

 

Stiegen
Stufen oder Stiegen sollten – so der Hund sie überhaupt noch alleine bewältigen kann – rutschfest gemacht werden. Eine sehr einfache Lösung bietet hier Rollteppich. Man kann ihn in Streifen schneiden und mit doppelseitigem Klebeband an den Stufen befestigen. Diese Möglichkeit ist leicht reversibel, hilft unserem Oldie aber sicher hinauf und hinunter zu kommen.

Ist der Hund nicht mehr in der Lage, die Stiege selbst zu bewältigen oder bemerkt man, dass er zu ungeschickt wird, sollte die Stiege mit einem Kindergitter gesichert sein, damit der alte Hund in einem unbeobachteten Moment nicht selbst versucht hinauf- oder hinunterzukommen und dann bei dem Versuch stürzt.

 

Nachtlicht
Wie schon erwähnt sehen alte Hunde oft nicht mehr so gut wie früher, sie können sich nicht ordentlich orientieren und gerade in der Nacht verirren sie sich dann oft, obwohl sie nur kurz aufstehen und sich die Pfoten vertreten oder nach ihrem Herrchen/Frauchen sehen wollten.

Ein einfaches Nachtlicht wirkt hier oft Wunder. Man bekommt es in jedem Lampen- oder Kinderzubehörgeschäft, ganz besonders entzückend finde ich die „Geister“-Modelle von IKEA.