Willkommen in meinem kleinen ABC der Hunde-Wehwehchen. Es soll einen Überblick über die gängigsten Hunde-Krankheiten und -Wehweh’s geben, mit denen HundehalterInnen häufiger in Berührung kommen und sich in ganz kurzen Worten (und ohne tieferen wissenschaftlichen Einblick) mit Symptomatik, Ursache und Behandlung befassen.

Beginnen wir daher mit:

 

A wie Augenentzündung
Augenentzündung tritt bei unseren Hunden sehr schnell auf, sei es durch die Klimaanlage im Auto oder gerade jetzt, wo der Staub vom trockenen Rollsplit genau in Höhe des Kopfes unserer Hunde herumfliegt.

Hunde, die an einer Augenentzündung leiden haben oft eines oder beide Augen gerötet und versuchen häufig ihren Kopf am Teppich oder unserem Hosenbein zu reiben und dem schmerzhaften Juckreiz mit ihren Pfoten Einhalt zu gebieten. Meist kommt noch weißlicher oder auch gelblicher Ausfluss dazu.

Augenentzündungen können vielerlei unterschiedliche Ursachen haben (Bindehautentzüdung, Gerstenkorn, Herpesinfektion und viele mehr). Ebenfalls beachten sollte man immer wiederkehrende Augenentzündungen bei Hunderassen mit Kulleraugen (z.B. Mops) oder mit behaarten Lidrändern (z.B. Cocker Spaniel).

Da eine Augenentzündung auch als Begleitsymptom für innere Ursachen und ein geschwächtes Immunsystem auftreten kann, ist ein Besuch beim Tierarzt zur Abklärung jedenfalls ratsam.

 

B wie Borreliose
Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, die durch Zeckenbisse übertragen werden kann. Grundsätzlich geht man davon aus, dass die Übertragung der Borrelien auf unsere Hunde erst nach 24 Stunden erfolgt.

Leider wird die Borreliose aufgrund ihrer sehr unterschiedlichen Symptomatik oft nicht gleich erkannt, ungeklärte Lahmheiten, hohe Fieberschübe, angeschwollene Lymphknoten können Anzeichen für einen Befall mit diesem Bakterium sein. Hin und wieder können auch schwere Augenentzündungen oder Herzprobleme Symptome sein. Tierärzte behandeln daher entweder mit Antibiotika oder – wenn die Krankheit nicht zweifelsfrei erkannt wird – symptomatisch.

Die beste Möglichkeit unsere Hunde vor Borrelien zu schützen ist es, sie nach jedem Spaziergang und bei jeder Kuscheleinheit abzusuchen und Zecken so schnell wie möglich aus dem Fell oder, wenn sie sich schon festgebissen haben der Haut zu entfernen und die Bissstelle genau zu beobachten und gegebenenfalls Hautveränderungen (Schwellungen, Rötungen) vom Tierarzt untersuchen zu lassen. Ebenfalls gibt es beim Tierarzt seit einiger Zeit eine Impfung gegen Borreliose.

 

C wie Cushing-Syndrom
Das sogenannte Cushing-Syndrom ist eine häufig auftretende Hormonkrankheit des Hundes und wird in 80 bis 85 % der Fälle durch einen Tumor der Hirnanhangdrüse, oder aber durch einen Tumor an den Nebennieren ausgelöst. Als Folge wird zuviel Kortison produziert.

Die Symptome des Cushing-Syndroms sind vielfältig. Besonders Hautveränderungen wie Haarausfall, dunklere Fellstellen und stumpfes Fell fallen dem Besitzer recht schnell auf. Erhöhtes Trinkbedürfnis und eine Art „Haengebauch“ können ebenfalls Anzeichen für diese Krankheit sein.

Um Cushing festzustellen sind aufwendige und mehrphasige Blutuntersuchungen und in Folge die (zumeist) lebenslange Einstellung auf spezielle Cushing-Medikamente notwendig.

 

D wie Durchfall (Diarrhö)
Kaum ein Hundebesitzer kennt das Problem nicht: der Kot des Hundes wird breiig oder sogar flüssig und der Hund muss viel häufiger hinaus um sein Geschäft zu verrichten.

Die Ursachen von Durchfall sind vielfältig und können Allergien, Unvertraeglichkeiten, Vergiftungen, Infektionen und vieles mehr umfassen.

Falls euer Hund einfach nur etwas Falsches gefressen hat, ist ein Gang zum Tierarzt nicht sofort notwendig. Einen Tag Fasten und danach Schonkost (zum Beispiel gekochte Hühnerbrust und Karotten oder Haferschleim) bringen den Magen-Darm-Trakt schnell wieder in Schwung.

Sollte der Durchfall aber länger als 2 Tage anhalten, der Kot sehr flüssig oder vielleicht sogar blutig sein, ist eine Abklärung durch den Tierarzt unbedingt notwendig, da der Hund durch den hohen Flüssigkeitsverlust auch Elektrolyte verliert und sich der Darm dann nicht mehr selbst regulieren kann.

 

E wie Erbrechen
Genau wie beim Durchfall sind die Ursachen für Erbrechen vielfältig und die Behandlung ist fast gleich.

Fasten und Schonkost für die ersten zwei Tage, sollte danach keine Besserung auftreten oder der Hund beginnen schwellartig zu erbrechen (besonders, wenn es das Wasser ist, das er gerade zuvor getrunken hat), ist ein Gang zum Tierarzt unbedingt notwendig.

 

F wie Futtermittelunverträglichkeit
Der Weg zum Erkennen der Futtermittelunverträglichkeit beim Hund ist kein einfacher. Betroffene Hunde haben oft monatelang Blaehungen, Durchfall, Hautreizungen, schlechten Geruch aus dem Maul und zeigen manchmal auch erhöhte Nervositaet, bis als Diagnose die Futtermittel-Allergie festgestellt wird. Häufig tritt die Allergie „plötzlich“ auf, obwohl der Hund dasselbe Futter jahrelang gut vertragen hat.

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten eine Futtermittel-Allergie festzustellen. Viele Tierärzte greifen gerne zu „Sensitiv“ Futtersorten oder versuchen den Hund auszutesten. Eine gute Möglichkeit ist die Ausschlussdiät: in dieser Form der Fütterung bekommt der Hund mehrere Wochen lang nur Pferdefleisch und Kartoffel gefüttert. Pferdefleisch ist für die meisten Hunde sehr gut verträglich und Kartoffel (weil glutenfrei) ebenfalls. Hühnerfleisch und Getreide sind die häufigsten Auslöser für Allergien.

Wenn man nun nach mehreren Wochen sieht, dass der Hund diese beiden Nahrungsbestandteile gut vertraegt, kann man eine zusätzliche Fleischsorte hinzufügen und auf diese Art herausfinden auf welche Nahrungsbestandteile der Hund Überreaktionen zeigt.

 

G wie Gebärmuttervereiterung (Pyometra)
Eine Gebärmutter-Vereiterung entsteht durch das Eindringen von Bakterien in den Gebärmutterhals und die dadurch entstehende Entzündung der Gebaermutter. Das Eindringen von Bakterien wird gegen Ende der Läufigkeit der Hündin durch den Einfluss des wechselnden Hormonhaushaltes der aber auch durch Hormonbehandlungen zur Empfängnisverhütung oder hormonelle Störungen (Eierstockzysten) begünstigt.

Betroffene Hündinnen zeigen als erste Symptome oft erhöhtes Trinkbedürfnis und entsprechend müssen Sie öfter Wasser lassen.

Weitere Symptome sind das Austreten von Flüssigkeit aus der Scheide der Hündin (Eiter) bei der sogenannten „offenen“ Pyometra – bei der „geschlossenen“ Pyometra bleibt der Eiter in der Gebärmutter der Hündin, der Bauch ist oft schmerzhaft und aufgetrieben, Folgen davon sind in Einzelfällen schwere Blutvergiftungen, Fieber und Schock.

Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, Hündinnen während der Läufigkeit gut zu beobachten und sie beim Eindruck von Krankheitssymptomen oder auffälligem Verhalten vom Tierarzt (am besten gleich in einer grösseren Klinik) untersuchen zu lassen.

 

H wie Hüftgelenk-Dysplasie (HD)
Die gefürchtete Hüftgelenk-Dysplasie (kurz HD) ist eine mittlerweile bei allen Hunderassen (besonders Boxer, Retriever, Dt. Schäferhund, Berner Sennenhund) sehr häufig auftretende Fehlentwicklung des Hüftgelenkes bei dem der Oberschenkelkopf nicht ausreichend tief in der Hüftpfanne liegt. Als Folge renkt sich das Hüftgelenk ganz oder teilweise auf und es bilden sich Arthrosen im Gelenk.

Hunde leiden nicht automatisch an HD, die Krankheit bildet sich im Wachstum aus und ist durch ein spezielles HD-Röntgen feststellbar (Vorsichtig, diese Untersuchung sollte nur vom Spezialisten durchgeführt werden, da Millimeter darüber entscheiden, welchen Schweregrad die betroffene Hüfte hat). Erwiesenermaßen gibt es für HD eine genetische Praeposition, aber auch Fütterungsfehler in der Aufzucht des Welpen und Junghundes können die Entstehung von HD begünstigen.

Betroffene Hunde haben häufig ein verändertes (wackeliges) Gangbild und zumeist auch (je nach Schweregrad) Schmerzen.

Die Behandlung der Hüftgelenk-Dysplasie ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung, auch das Alter und der gesamte Gesundheitszustand des Hundes müssen in den Behandlungsplan mit einbezogen werden. Es gibt einerseits sehr gute physiotherapeutische Massnahmen, um betroffenen Hunden zu helfen, andererseits auch unterschiedliche Operationsmethoden (besonders bei jungen und sehr schwer betroffenen Hunden zu überlegen).

 

I wie Inkontinenz
Als Inkontinenz bezeichnet man das plötzliche und unwillkürliche Harnlassen oder Kotabsetzen beim Hund. In den meisten Fällen verlieren die betroffenen Hunde den Harn in der Nacht während dem Schlafen, in schweren Fällen kann das aber auch in jeder alltäglichen Situation (stehen, laufen) vorkommen.

In der Regel sind Hündinnen häufiger als Rüden von Inkontinenz betroffen und ein Zusammenhang zwischen Kastration bei der Hündin und in den Folgejahren durch die fehlenden weiblichen Hormone auftretende Inkontinenz wird von Experten vermutet.

Inkontinenz kann aber auch als Symptom zu anderen Erkrankungen, Tumoren, Bandscheibenvorfällen oder altersbedingt auftreten.

Die altersbedingte Inkontinenz oder Inkontinenz bei kastrierten Hündinnen lässt sich gut mit Medikamenten therapieren, stellt die Inkontinenz nur ein Symptom zu einer anderen Erkrankung dar, muss natürlich die tatsächliche Erkrankung nach sorgfältiger Diagnose durch den Tierarzt therapiert werden.

 

J wie Juckreiz
Mit unterschiedlichen Formen von Juckreiz wird jeder Hund wahrscheinlich mehrfach in seinem Leben belastet sein.

Juckreiz kann ein Symptom für verschiedenste Probleme sein:
– Parasitenbefall durch Flöhe oder Milben
– Futtermittelunverträglichkeiten
– Allergien
– Hautprobleme (Dermatitis, Entzündungen)
– Pilz- / Bakterienbefall
– Psychischer Stress (!)

Nun können wir Flöhe sehr leicht feststellen und jeder informierte Hundebesitzer oder zurate gezogene Hundetrainer sollte psychischen Stress als Auslöser für den Juckreiz in Betracht ziehen und in die Anamnese mit einbeziehen.
Auch Futtermittelunverträglichkeiten können durch eine strenge Ausschlussdiät recht gut und schonend für den Hund festgestellt werden.

Bei Problemen der Hautflora, Milben, Pilz- oder Bakterienbefall ist aber jedenfalls der Gang zum Tierarzt notwendig, damit dieser durch Hauttests (zum Beispiel Geschabsel-Probe) feststellen kann, woran der Hund leidet.

 

K wie Kreuzbandriss
Ein Kreuzbandriss im Knie ist nicht nur sehr schmerzhaft für unseren Hund, er wird leider auch nicht immer sofort erkannt.

Lahmt der Hund also auf einem seiner Hinterbeine und entlastet stark (meistens belasten diese Hunde gar nicht mehr sondern ziehen das Hinterbein hoch und laufen dreibeinig), muss ein Kreuzbandriss in Betracht gezogen werden und der Gang zum Spezialisten ist angesagt. Bei nur leichter Entlastung kann es sein, dass das Band nur eingerissen ist, das Erkennen des Kreuzbandrisses ist hier noch schwieriger.

Gefährdet sind besonders Hunde mit sehr „steilen“ Gelenken, auch eine erbliche Disposition ist gegeben. Häufiges Stoppen aus sehr schnellem Lauf begünstigen ebenfalls den Kreuzbandriss und häufig führt ein Unfall zum Durchreißen des Kreuzbandes – dazu reicht es zum Beispiel schon, wenn unser Hund aus vollem Lauf mit einem Hinterbein in eine Vertiefung steigt und hängen bleibt.

Grundsätzlich sollte ein Kreuzbandriss operiert werden – abgeraten wird von Tierärzten nur bei sehr kleinen Hunden, oder bei Hunden, bei denen erhöhtes Narkoserisiko vorliegt (alte Hunde).

Hierbei gibt es zwei unterschiedliche Operationsmethoden (Einsetzen einer Platte und verschieben der Gelenke zueinander, sodass ein Kreuzband nicht mehr notwendig ist oder Einsetzen eines künstlichen Kreuzbandes). Da die meisten Hunde durch die starke Entlastung sehr schnell an Muskulatur im betroffenen Bein abbauen ist es in jedem Fall ratsam nach der Operation einen erfahrenen Hundephysiotherapeuten aufzusuchen, um die Belastbarkeit des Beines und den Muskelaufbau zu unterstützen und Fehlbelastungen zu korrigieren/verhindern.

 

L wie Leptospirose
Leptospirose ist eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit. Ein besonderer Stellenwert in der Impfprophylaxe kommt der Leptispirose durch die Tatsache zu, dass diese Krankheit eine Zoonose ist – das heißt vom Hund auch auf uns Menschen übertragen werden kann.

Die Übertragung findet am häufigsten durch das Trinken aus durch Rattenharn verunreinigten Pfützen ganz besonders in den Sommermonaten statt.

Typische Symptome der Infektion sind Fressunlust, Erbrechen und Fieber, auch Entzündungen des Magen-Darm-Traktes und Zittern sind keine Seltenheit. In schlimmen Fällen tritt oft auch Nierenversagen ein.

Betroffene Hunde werden mit Antibiotika behandelt, eine Leptospirose-Infektion lässt sich aber durch gängige Impfstoffe leicht verhindern.
Die Impfung gegen Leptospirose sollte mindestens einmal im Jahr erfolgen, da die Leptospiren sich sehr schnell (in bis zu 6-monatigem Zyklus) verändern.

 

M wie Magendrehung
Die Magendrehung ist wohl eine der vom Hundebesitzer gefürchtetsten Komplikationen des Magen-Darm-Traktes eines Hundes.

Kurz gesagt dreht sich dabei der Magen des Hundes um die eigene Achse und die Magenöffnungen werden verschlossen, wodurch es zu einem Aufgasen im Inneren des Magens kommt. Gleichzeitig werden Blutgefäße abgeschnürt und somit der Kreislauf schwer in Mitleidenschaft gezogen. Als Begleiterscheinung kann somit noch eine Blutvergiftung dazukommen.

Eine unbehandelte Magendrehung führt innerhalb weniger Stunden zum Tod, eine Operation in einer größeren Klinik ist daher unbedingt erforderlich und nicht immer überleben die Hunde, selbst bei geglückter Operation.

Symptome der Magendrehung sind hecheln und Unruhe. Viele Hunde scheinen erbrechen zu wollen, können es aber nicht. Auch der Versuch zu trinken schlägt fehl. Die linke Brust-/Bauchseite ist stark aufgebläht.

Wann und warum eine Magendrehung auftritt, ist nicht zur Gänze klar. Bewiesenermaßen spielt genetische Prädisposition eine große Rolle. Weitere Faktoren sind die Größe des Hundes, sowie die Tiefe seines Brustkorbes (Deutsche Dogge, sehr groß, tiefer Brustkorb). Zu große Futterportionen oder Trockenfutter, das im Magen dann „aufgeht“, sowie die Theorie, dass Toben nach dem Fressen die Komplikation auslöst, sollen ebenfalls Faktoren für eine Magendrehung sein.

Neuere Studien berichten davon, dass die Magendrehung sehr häufig mitten in der Nacht und auf leeren Magen eintritt, dies würde einige der oben genannten Faktoren widerlegen.

 

N wie Nierenschwäche
Nierenschwäche oder Niereninsuffizienz bezeichnet die Beeinträchtigung aller wichtigen Funktionen, die die Niere im Körper des Hundes übernimmt. Dazu gehören unter Anderem die Filterung von Giftstoffen aus dem Blut und die Regelung des Elektrolytgleichgewichts sowie des Blutdruckes.

Niereninsuffizienz kann akut auftreten und sollte vor allem im Zusammenhang mit der Aufnahme von Giften oder anderen für den Hund schädlichen Stoffen beachtet zu werden.

Häufiger ist allerdings die Form der chronischen Niereninsuffizienz die schleichend und mit vorerst untypischen Symptomen auftritt. Mattigkeit, Durchfall, Erbrechen und später vermehrtes Trinken sowie vermehrter Urinabsatz, Appetitmangel und Anämie (erst im Spätstadium) sind Anzeichen für eine chronische Niereninsuffizienz.

Wichtig ist es vor allem schnell zu erkennen, woran der Hund leidet, der Gang zum Tierarzt ist daher unbedingt erforderlich. Medikamentengaben, Stress, nicht ausreichende Flüssigkeitszufuhr können schnell in eine akute und lebensgefährliche Niereninsuffizienz umschlagen. Niereninsuffiziente Hunde haben mit regelmäßigen tierärztlichen Kontrollen, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und einer speziellen Diät (Vorsicht mit gewissen speziell von bestimmten Firmen angepriesenen „Nierendiäten“) eine gute Prognose.

 

O wie Ohrenentzündung
Ohrenentzündung tritt bei unseren Hunden recht häufig vor. Besonders prädestiniert sind Hunde mit Schlappohren, da die Ohren hier nicht ausreichend belüftet werden können und Keime sich gut festsetzen können. Auch Hunde wie Pudel oder Portugiesische Wasserhunde, die zu viele Haare im Innenohr haben, entwickeln leicht Ohrenentzündungen (bei diesen Hunden ist es unbedingt erforderlich auf Ohrenhygiene zu achten und die abgestorbenen Haare im Innenohr selbst oder vom Tierarzt/Hundefrisör entfernen zu lassen).

Aber auch Parasiten wie Milben, Bakterien oder Fremdkörper (Grannen!) können eine Ohrenentzündung verursachen. Hunde, die an einer Ohrenentzündung leiden schütteln häufig den Kopf, versuchen mit den Pfoten die Ohren zu kratzen, lassen sich ungern am Kopf angreifen und die Ohren verströmen häufig einen sehr unguten Geruch.

Da die Ursachen für eine Ohrenentzündung sehr vielseitig sein können, ist ein Besuch beim Tierarzt zur Abklärung jedenfalls ratsam, da eine einfache Reinigung der Ohren in dem Fall nicht mehr hilft. Hier gilt: eine gute Kontrolle und vorsichtige Reinigung der Ohren von Zeit zu Zeit sind die beste Vorsorge.

 

P wie Parvovirose
Parvovirose ist wohl eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten für Welpen (wie auch ältere Hunde, der Verlauf ist bei diesen aber oft weit schwächer) und zeichnet sich durch hohes Fieber, Teilnahmslosigkeit und heftige, oft blutige Durchfälle aus. Im weiteren Verlauf trocknen die erkrankten Hunde dann stark aus und Welpen zwischen der dritten und zwölften Lebenswoche überleben die Krankheit teilweise trotz Behandlung nicht.

Übertragen wird Parvovirose über die Maul- und Nasenschleimhaut des Hundes, wenn dieser an kontaminiertem Material schnuppert oder schleckt.

Als Vorbeugung gegen diesen Virus ist es wichtig, die Welpen in regelmäßigen Abständen impfen zu lassen (dies obliegt in den ersten Wochen dem Züchter oder der Tierschutzorganisation/dem Tierheim, das den kleinen Hund beherbergt – VORSICHT bei unseriös verkauften Welpen (Stichwort: Welpenhandel) aus dem In- und Ausland).

Wenn ein Welpe daher die oben genannten Symptome zeigt (und eventuell nicht hundertprozentig klar ist, wie die Aufzucht des kleinen Hundes bislang statt gefunden hat beziehungsweise das Impfschema eingehalten wurde), ist der Gang zum Tierarzt nicht nur unausweichlich, sondern eventuell auch lebensnotwendig und bevor man diese Krankheit nicht ausgeschlossen hat, sollte man davon absehen, selbst herumzudoktern.

 

Q wie Quetschung
Da mir zu Q nichts Besseres einfällt, widmen wir uns heute kurz den Quetschungen.

HundehalterInnen werden damit bestimmt das eine oder andere Mal im Zusammenleben mit ihrem Hund konfrontiert, wenn sie diesem unabsichtlich zum Beispiel auf die Pfote steigen oder die Rute in der Autotüre einklemmen.

Quetschungen äußern sich in Blutergüssen, Lahmheiten, Berührungsempfindlichkeit der betroffenen Körperpartie – bei leichten Quetschungen ist es ratsam, die gequetschte Stelle zu kühlen, bei schweren Quetschungen (mit Schwellungen) sollte der Hund unbedingt dem Tierarzt vorgestellt werden, um mittels Röntgen einen Bruch auszuschließen und sich eventuell bezüglich abschwellender Medikamente beziehungsweise Schmerzmedikation beraten zu lassen.

 

R wie Räude
Wir kennen ihn doch alle, den Ausdruck „der sieht aber räudig aus“. Aber was ist Hunde-Räude eigentlich?

Ausgelöst wird sie durch Milben, die hauptsächlich von einem Tier zum anderen übertragen werden. Als Wirt bevorzugt die sogenannte Grabmilbe Wildtiere (Vorsicht ist in Gebieten mit hoher Fuchspopulation geboten), sie kann aber auch zahlreiche Säugetiere und in sehr seltenen Fällen den Menschen befallen.

Die Milben leben unter der Haut, sie graben Gänge, in denen sie ihren Kot und ihre Eier ablegen, was zu dem außergewöhnlich starken Juckreiz führt, den betroffene Hunde erleiden. Fellveränderungen wie Rötungen, Schuppen, Krusten und auch Haarausfall sowie in Folge offene Wunden gehören zur Symptomatik.

Behandelt wird Räude mit den üblichen Präparaten gegen Parasiten, auch Kortison wird aber häufig eingesetzt, um dem Hund den massiven Juckreiz zu nehmen.
Um der Erkrankung vorzubeugen ist eine gute Parasitenprophylaxe unabdingbar.

 

S wie Scheinträchtigkeit
Scheinträchtigkeit ist natürlich keine Krankheit, aber ein Abschnitt im Zyklus der Hündin, der viele HundehalterInnen verzweifeln lässt und der so stark ausgeprägt sein, dass er durchaus auch Krankheiten auslösen kann.

Etwa drei bis zwölf Wochen nach der Läufigkeit zeigen scheinträchtige Hündinnen Anzeichen einer (nicht vorhandenen) Trächtigkeit. Untypisches Verhalten (depressiv, aggressiv), das Horten von Gegenständen und ausgeprägtes Nestbauverhalten tritt auf, außerdem zeigt die Hündin auch physisch Zeichen einer Trächtigkeit. Das Gesäuge schwillt an und die Hündin produziert auch Milch.

Grundsätzlich dauert eine Scheinträchtigkeit etwa zwei bis drei Wochen und klingt dann von selbst ab. Zeigt die Hündin aber schwere Verhaltensauffälligkeiten oder gesundheitliche Probleme, gibt es die Möglichkeit die Scheinträchtigkeit mit Medikamenten zu unterbrechen.

Bei häufigem und problematischem Auftreten von Scheinträchtigkeiten nach der Läufigkeit raten Tierärzte zur Kastration der Hündin.

 

T wie Tollwut
Tollwut – ein hart umstrittenes Thema wenn es ums Impfen geht. Jeder kennt Tollwut und kaum jemand kommt damit in Berührung. In Österreich gilt Tollwut als ausgerottet. Möchte man mit seinem Hund ins Ausland fahren ist die Impfung aber fast überall Pflicht.

Mit der durch Viren übertragbaren Krankheit können sich neben Hunden auch andere Tiere und Menschen infizieren. Betroffene Hunde zeigen erhöhte Nervosität und Angstzustände, im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es zu Lähmungserscheinungen, allgemeiner Unruhe und aggressivem Verhalten. Kurz darauf sterben infizierte Tiere.

Prophylaxe bietet Tollwutimpfung, die allerdings nicht nur sehr unangenehm für Hunde (und Menschen) ist, sondern auch häufig mit starken Nebenwirkungen verbunden ist. Ich rate daher dazu, genau mit dem Tierarzt zu besprechen, wie oft der Hund geimpft werden muss (einmal im Jahr ist lang überholt) und man sollte sich speziell bei sehr alten Hunden genau überlegen, ob die Impfung tatsächlich noch notwendig ist.

Ein Wort der Mahnung: ein nicht geimpfter Hund, der ein anderes Tier oder einen Menschen beißt, darf vom Tierarzt nicht behandelt werden, sondern wird sofort eingeschläfert!

Mehr zu den aktuellen Erkenntnissen bezüglich Impfschemata findet Ihr hier: http://who.int oder lasst Euch von Eurer informierten Hundetrainerin in Zusammenarbeit mit einem Tierarzt/einer Tierärztin beraten ;).

 

U wie Übergewicht
Übergewicht per se – solange es sich in Grenzen hält – ist ja noch keine Krankheit. Übergewicht macht unsere Hunde aber krank.

Am anschaulichsten finde ich dabei immer noch die Tatsache, dass ein Kilogramm Übergewicht (verteilt am ganzen Körper des Hundes) sich wie 14 Kilogramm Mehrbelastung auf das Knie auswirken.

Es leiden aber nicht nur die Gelenke eines übergewichten Hundes. Herz- und Leberverfettung, Fehlfunktionen der Nebenniere sowie Schilddrüsen-Unterfunktion sind nur einige zusätzliche Erkrankungen, die durch Übergewicht begünstigt werden.

Durch all diese Faktoren (Bewegungsunlust durch Schmerzen an den Gelenken, erschwerte Atmung) ist das allgemeine Wohlbefinden übergewichtiger Hunde stark eingeschränkt – ich bin daher überhaupt kein Fan von „ein bisschen Wohlstandsspeck“ am Hund und HundehalterInnen, die ihren vierbeinigen Begleiter wirklich lieben, sollten Übergewicht ernst nehmen.

Ich rate von unterschiedlichsten Diätfuttermitteln (light, less weight, usw.) ab, sie zeichnen sich häufig durch billiges und minderwertiges Eiweiß und Ballaststoffe aus, während übergewichtige Hunde hochwertiges Eiweiß benötigen!

Oft sind es auch ganz kleine Futterumstellungen, die das Gewicht des Hundes schon deutlich reduzieren würden.

In dieser Frage berate ich sehr gerne und erstelle auch Ernährungspläne, besonders weil es so schön ist zu sehen, wie – im wahrsten Sinne „erleichtert“ – Hunde sind, die ein paar Kilo verlieren.

 

V wie Verstopfung
Nun habe ich in meinem ABC der Hunde-Wehwehchen aus den unterschiedlichen Gründen schon über Durchfall gesprochen – heute widmen wir uns dem Gegenteil. Der Verstopfung.

Verstopfungen kann durch ungeeignete Fütterung (zum Beispiel zu viele Knochen) oder durch mangelhafte Bewegung entstehen. Auch verschluckte Fremdkörper, verschiedenste Medikamente, nicht ausreichende Möglichkeit zu trinken und viele andere Dinge können Ursache einer Verstopfung sein.

Ein erstes Anzeichen für eine Verstopfung kann sein, dass der Hund mehrfach versucht Kot abzusetzen, dabei aber nur wenig trockenen oder gar keinen Stuhl absetzen kann.

Einer einmaligen Verstopfung kann man mit einer Futterumstellung rasch und gezielt entgegenwirken, beimengen von Milch, Flohsamen und Laktulose helfen dabei. Treten Verstopfungen aber regelmäßig auf ist ein Gang zum Tierarzt dringend erforderlich, damit die Verstopfungen nicht chronisch werden. Dieser ist dann gefordert, die Ursache(n) der Verstopfungen herauszufinden und entsprechend zu therapieren.

 

W wie Wirbelsäule
Erkrankungen der Wirbelsäule gibt es viele, von Spondylosen bis zum Cauda-Equina-Syndrom gibt es kaum einen Hund, der nicht zumindest im Alter Arthrosen im Rückenbereich hat.

Wichtig ist es mir hier vor allem zu sagen, dass man als HundehalterIn gefordert ist, seinen Hund genau zu beobachten. Zu sehen, wenn er langsamer oder gar mühselig aufsteht, er sensibel oder sogar aggressiv auf Berührungen im Rückenbereich reagiert, oder seine Hinterbeine Veränderungen im Gangbild zeigen.

In jedem Fall ist es sinnvoll den eigenen Hund nicht erst im Alter, sondern zum Beispiel auch nach einem zu wilden Laufspiel (durch Wald und Wiesen) zuhause selbst „durchzugreifen“ und einen anatomisch geschulten Tierarzt zu Rate zu ziehen, wenn Veränderungen des Bewegungsapparates offensichtlich werden und nach wenigen Tagen nicht von selbst abklingen.

 

Z wie Zahnstein
Bakterien, Nahrungsreste und Bestandteile von Speichel setzen sich bei unseren Hunden schnell zu Plaque zusammen, der sich auf der Zahnoberfläche absetzt und – unbehandelt – immer dicker wird. Diese Schicht bietet Fläche zur Ablagerung von Mineralsalzen und wird dort zu Zahnstein. Auch zu geringer Speichelfluss oder sehr zuckerhaltige Nahrung begünstigen die Bildung von Zahnstein.

Wenn dieser nicht beseitigt wird, setzt er sich auch unter dem Zahnfleisch ab, beziehungsweise drängt dieses zurück. Schlechter Geruch aus dem Hundemaul, Entzündungen des Zahnfleisches, Lockerung der Zähne aus dem Zahnhalteapparat sind die Folge.

Als Prophylaxe bieten sich unterschiedliche Methoden der Zahnreinigung (von „Zahnreinigungs“-Kauartikeln ist im Allgemeinen abzuraten, wenn man sich die Zusammensetzung derselbigen ansieht – meist sind sie auch zu weich, um tatsächlich einen Abrieb des Zahnsteins zu bewirken). Eigene Hundezahnbürsten und –zahnpasta, sowie länger andauernder Kauspaß und hochwertige Fütterung wirken Zahnstein entgegen.

Sollte der Zahnstein schon zu weit fortgeschritten sein, hilft leider nur noch der Gang zum Tierarzt, der den Zahnstein in leichter Narkose manuell oder mit dem Ultraschallgerät entfernt.