Ich bin entspannt. So richtig. Und das kommt nicht oft vor.

Erreicht habe ich diesen Zen-Zustand im Spirit Hotel in Sárvár/Ungarn. Ich genieße hier gemeinsam mit meinem Lebensgefährten 10.000 m2 Wellnessbereich, perfekten unaufdringlichen Service, hervorragendes Essen und Ruhe. Und damit für mich alles perfekt ist sollen natürlich auch meine Fellnasen mit uns auf Urlaub sein.

Wie gestaltet sich der Aufenthalt in dieser Luxus-Wellness-Oase also für meine Hunde?

Ich war schon erstaunt, dass sie überhaupt mitkommen dürfen, hygienetechnisch und weil es sicher viele Allergiker-Bedenken gibt. Außerdem ist es so, dass in Ungarn eher wenigen Hunden der Status als verhätscheltes Familienmitglied zugesprochen werden kann, wie es sich in hiesigen Breiten oft darstellt.

Nachdem wir die Hunde also auf der großen Grünfläche, um die sich der Parkplatz ansiedelt eine Runde spielen lassen gehen wir zur Rezeption und bekommen dort unsere Hunde-Gebrauchsanweisung.

An HundehalterInnen werde spezielle Hundeleute-Zimmer vergeben. Sind diese Zimmer ausgebucht, werden keine weiteren Gäste mit Tieren aufgenommen. Es gibt genügend Tagesdecken, mit denen wir die Chaiselounge und das Bett abdecken können – erstaunlicherweise gibt es keine Anweisung dazu, dass die Hunde sich nicht auf dem Mobiliar räkeln dürften. Gut für uns, meine beiden Luxus-Bettwanzen beziehen gleich ihr neues Zimmer.

Die Hunde sind natürlich weder im Wellness-Bereich noch im Bar- und Restaurantbereich erlaubt. Sie dürfen auch nicht in den hauseigenen Garten, da sich dort auch Außenbecken der Therme befinden.

Soweit so gut. Es gibt also im Hotel keinerlei Hunde-Goodies wie Schüsseln, Leckerlies oder Körbchen und man hat den Eindruck, dass Hunde innerhalb des Hotels am besten eher unsichtbar sind.
Wer so eine Haltung ablehnt, fühlt sich hier bestimmt beobachtet und eingeschränkt oder eventuell sogar ungewollt.

Rundherum gibt es aber Wald, Wiese und ein Naturschutzgebiet und auf unsere Rückfrage dazu gibt das Hotelpersonal an, dass wir außerhalb des Hotelbereiches frei sind mit unseren Hunden hinzugehen wo wir wollen. Ich habe leider auf der Tourismus-Homepage von Sárvár nicht herausfinden können, ob Hunde in dem Wäldchen hinter unserem Hotel erlaubt sind, also haben wir einen wundervollen Spaziergang dort gemacht und darauf geachtet, die Hunde immer schnell abzurufen und anzuleinen, wenn wir auf andere Menschen getroffen sind.

Meine Hunde sind Hotelaufenthalte gewöhnt, sie können gut (und leise) alleine am Zimmer bleiben und halten es auch aus, nicht gleich beim allerersten Strauch direkt vor der Hoteltür zu pinkeln.

Das Personal schenkt meinen Hunden (die sich ausnahmsweise durchgehend vorbildlich benehmen) freundliche Blicke und wir ernten amüsierte Kommentare wenn die Bravsten auch unangeleint für Fotos posen. Natürlich warten wir schon mal höflich auf den nächsten Aufzug, wenn viele Menschen in Bademänteln einsteigen, schließlich sind wir auf Urlaub und haben Zeit. Mateja hat den gläsernen Lift nach einigen sehr skeptischen Blicken doch zu schätzen gelernt und würde bei wärmeren Wetter vermutlich den ganzen Tag am Balkon in der Sonne liegen.

Da Mateja fremde Hunde eher nicht mag, ist es für uns hier perfekt. Es ist ruhig, und dadurch, dass Hunde und ihre Menschen hier eher nicht zur Gäste-Zielgruppe gehören, treffen wir auf keine anderen Hunde, verhalten uns mit den Fellnasen im Hotel zurückhaltend und gehen in den Wald spazieren oder auf die große Parkplatzwiese Frisbee spielen. Die Hunde genießen die Ruhe und ihr entspanntes Frauchen und Furio hat angemeldet eine Chaiselounge bei uns zuhause aufstellen zu wollen.

Fazit: wir kommen wieder – aber nächstes Mal bleiben wir länger!