Freundlichkeit im Umgang mit unseren Hunden verbreitet sich ja zunehmend. Man glaubt oft nicht daran, wenn man durch die Straßen geht und sieht, wie Menschen an ihren Hunden herumreißen oder sie anschreien. Dennoch ist unter HundehalterInnen ein deutlicher Trend zum Training mit positiver Verstärkung zu erkennen und dieser hat noch ganz andere Auswirkungen.

Das oft so negative Bild, das Nicht-HundehalterInnen von uns Hundeleuten haben entspringt nicht nur den offensichtlichen Tatsachen. Nicht nur Fußgänger bespringende Hunde, BesitzerInnen, die das „Gackerl“ nicht aufheben wollen, an Geschäftslokal pinkelnde Rüden und leinenpöbelnde Vierbeiner-Exemplare sind es, die HundehalterInnen in Verruf bei Menschen bringen, die nicht mit Hunden zusammenleben.

Es sind die HundehalterInnen selbst und ihr Verhalten das sie dem Hund gegenüber an den Tag legen, welche ein ganz schrecklich verzerrtes Bild kreieren und damit Unmut hervorrufen.

Ich habe fast immer mindestens drei Hunde an der Leine – so ein Bild sorgt schon mal für einen erstaunten Blick oder Ausruf unter vorbeigehenden Menschen. Natürlich passiert es da, dass ich angesprochen werde und das ist für mich meist eine eher schwierig zu handhabende Situation. Ich versuche daher sofort zu lächeln (schon allein um mich selbst in einen glücklichen Zustand zu bringen), spreche dann meine Hunde an und signalisiere ihnen, dass ich nun ihre Aufmerksamkeit brauche und lasse mich dann auf ein paar kurze Worte mit meinem Gegenüber ein.

Das gelingt mir selbstverständlich nicht an allen Tagen. Wir alle haben diese Tage, in denen uns etwas beschäftigt, uns jemand verärgert hat oder wir schlicht zu spät dran sind und wir nur versuchen mit starrem Blick von A nach B zu gelangen, um unsere Hunde sehr, sehr schnell in die Wohnung zu bugsieren uns hinzusetzen und durchzuatmen.
Besonders HundehalterInnen mit schwierigen Hunden, die vielleicht gerade einer Konfliktsituation entkommen sind, oder in eine hineingeraten sind und sich nachher eigentlich schnell wieder in die eigenen vier Wände flüchten möchten, kennen dieses Gefühl nur zu gut.

Und noch viel öfter entdeckt man leider immer wieder HundehalterInnen, die ihre Hunde anmotzen, sie grob und ungut behandeln. In diesen Situationen beobachte ich gerne die Passanten. Sehr häufig erkennt man missbilligende Blicke und diese richten sich nicht auf den Hund. Man sieht den Menschen richtig ins Gesicht geschrieben wie sie denken: „Ach Gott, der/die ist aber streng mit dem armen Hündchen.“

Dieses Bild ist schlicht nicht erwünscht. Es führt zu Unverständnis, warum mit dem Hund so grob umsprungen wird. Oder zu der Ansicht, dass dieser Hund offenbar wirklich ein schlimmer Hund ist und man ihn maßregeln muss – was wiederum den negativen Eindruck, den viele Menschen von in der Stadt gehaltenen Hunden leider haben, verstärkt.

Menschen sehen einfach viel lieber, wie Hunde verhätschelt werden (natürlich solange diese gesichert sind und sich gut benehmen und ausgenommen diejenigen, die Hunde einfach prinzipiell nicht mögen). Sie sehen gerne, dass man seinem Hund ein Leckerli gibt, ihn anlächelt und freundlich mit ihm interagiert.

Freundlichkeit schafft Freundlichkeit. Ein Lächeln schafft Verbindung.

Und diesem Grundsatz folgend sollten wir HundeliebhaberInnen im Umgang mit unseren Fellnasen freundlich und wohlwollend agieren, nicht nur, weil es der Beziehung zu unserem Hund gut tut, sondern auch um das Bild das unsere Mitmenschen von uns Hundeleuten haben in ein Positives zu verwandeln.