In meinem Blogartikel „Wir Hundemamas“ habe ich kurz erwähnt, dass ich Gesicht an Gesicht mit meinen Hunden spiele und „Vorsicht – nicht nachmachen“ in Klammern dahinter gesetzt.

Obwohl die Meinung schon lange überholt und widerlegt ist, gibt es immer noch Menschen die denken, dass wir mit unserer Körpersprache hündische Körpersprache nachahmen könnten und so mit unseren Hunden kommunizieren sollen. Ein besonders weit verbreitetes Beispiel dieser Fehlinformation (die auch nachwievor auf Hundewiesen wie bei einem Stille-Post-Spiel von HundehalterInnen an andere HundehalterInnen weitergegeben wird), dass der berühmtberüchtigte „Schnauzgriff“ eine großartige Möglichkeit wäre, unsere Hunde zu maßregeln – die Mutterhündin mache das ja ebenso mit ihren Welpen.

Hunde sind unumstrittene Kommunikationsmeister, die gelernt haben, unsere Körpersprache ganz exakt zu deuten und das tun sie auch in sehr diffiziler Form, wenn es um „kleine“ Gesten, wie zum Beispiel unseren Gesichtsausdruck geht. Und natürlich können wir mit unserer Körpersprache mit unseren Vierbeinern kommunizieren. Eine weiche, entspannte Körperhaltung gibt unserem Hund eine andere Information, als ein steifer, leicht vorgelehnter Körper.

Es gibt großartige Möglichkeiten (Bücher, Seminare und dergleichen) sich selbst zu schulen, nicht nur das Ausdrucksverhalten unserer Hunde zu verstehen, sondern ebenso zu verstehen, welche Auswirkungen unsere eigene Körpersprache auf das Zusammenleben mit unseren Fellnasen hat.
Wir sollten jedoch unbedingt Abstand davon nehmen zu denken, wir könnten mit unserer Körpersprache so mit unseren Hunden kommunizieren, wie Hunde das unter sich tun.

Die meisten Hunde lernen sehr schnell, dass sie mit unserer dünnen Menschenhaut vorsichtig behutsam umgehen müssen und dass Ihre Zähne in unserem Gesicht nichts verloren haben. Hunde legen auf diesem Gebiet im Normalfall auch eine ganz selbstverständliche Vorsicht an den Tag, ganz anders als sie oft mit ihren Artgenossen verfahren. Knautschverletzungen während dem Spiel kommen eher im Zusammenhang mit Spielzeugen und einem zu wilden oder versehentlichen Biss zustande.

Warum also der Hinweis: „Vorsicht – nicht nachmachen“?

Männer kennen das Thema und belächeln es. Sie blödeln und raufen völlig selbstverständlich mit ihren Hundekumpels herum während wir Frauen daneben stehen und neidvoll anerkennen müssen, dass wir zwar den strukturierten Tages- und Trainingsplan aufstellen können, die größte Willkommensparty aber für das Herrli gefeiert wird. Männer fangen aber auch nicht gleich zu weinen an oder sind enttäuscht von ihren Fellkumpels, wenn diese sie ins Ohr zwicken.

Genau das ist aber der wichtigste Punkt. Spielen wir sehr heftig und körperlich mit unseren Hunden, legen auch diese nach einiger Zeit ihre Hemmungen ab und werden sehr grob. Da kommt es schon mal zu Kratzern, blauen Flecken oder sogar kleineren Quetschungen.

Obwohl es Momente und auch bestimmte Gründe dafür gibt, dass ich selbst gerne mit meinen Hunden am Boden herumtolle, möchte ich an dieser Stelle eine absolute Empfehlung dafür aussprechen, so etwas nicht nachzumachen und mit seinen eigenen Hunden NICHT körperlich zu spielen. Es gibt so viele andere Möglichkeiten, gemeinsam Spaß zu haben.

Solltet Ihr so etwas dennoch gern tun, gibt es einige Punkte zu beachten, die ich in den nächsten Tagen hier posten werde.