Die stolze Halterin von zwei Chihuahuas steht strahlend vor mir und sagt: „Das macht Spaß und ist außerdem einfach!“ Gerade übt sie mit perfektem Einsatz des Markerwortes ihren Hund vom Bellen am Zaun abzuhalten.

Sie ist dabei exakt, konzentriert und zufrieden. Ihre Hündin ebenso. Sie hat in Windeseile verstanden, dass es neue Spielregeln gibt und dass sie, wenn sie sich an diese hält, eine wahre Flut an Leckerlies auslösen kann.

Hunde brauchen unterschiedlich lange, um ein neues Verhalten zu erlernen. Fakt ist aber, dass sie bei einem gut durchdachten Aufbau schnell verstehen, was wir von ihnen wollen. Manche „nur“ zügig, andere blitzschnell. Was ist dafür aber nötig?

 

Kleinschrittiges Training

Wir verlangen von unseren Hunden häufig sehr komplexe Dinge. „Wenn jemand beim Zaun steht, möchte ich, dass Du Dich zu mir umdrehst und herkommst (obwohl Du die letzten 5 Jahre genau das Gegenteil gemacht hast)!“

Wenn man diese Verhaltenskette nun in ihre kleinsten Bestandteile zerlegt, kann man dem Hund Aufgaben stellen, die ganz einfach sind, mit entsprechender Hilfestellung dazu.

 

Spaß

Der Spaß kommt von selbst, wenn das Training kleinschrittig ist und unser Hund nicht raten muss, was als Nächstes zu tun ist. Er wird freudig die verlangten Übungen ausführen und nicht überfordert sein, wenn wir ein bisschen mehr von ihm verlangen.

 

Belohnung

Essenziell für erfolgreiches Training ist eine Belohnung, die wirkliche Freudenstürme bei unserem Hund auslöst. Man muss beim Training sehen können, dass das Leckerli, das Spielzeug, oder zum Beispiel der Sprung in den Pool ein absolutes Highlight für den Hund darstellt.

Und mit ein bisschen Erfahrung und der richtigen Technik wirkt plötzlich alles wie herrliche Zauberei.

 

Ich möchte an dieser Stelle der oben genannten Hundehalterin und ihren Chihuahuas die Hand und die Pfote schütteln. Sie sind ja schließlich schon hundetrainererfahren. Sie kennen schon einige Techniken, wie zum Beispiel das Anbinden am Heizkörper, oder einen herumtrampelnden Rüpel, der kleine Chihuahuas in die Flucht schlägt. Eigentlich ist es ein Wunder, dass diese Halterin überhaupt noch einmal einen Anlauf gewagt hat, sich eine Hundetrainerin ins Haus zu holen.

Sie hat jetzt einen Trainingsplan, Hausaufgaben, die sie bis zum nächsten Mal mit ihren Hunden üben soll und – ein gutes Gefühl bei der Sache.

Das Allerbeste daran: es ist ganz einfach!