Silvester ist für viele Hunde wohl der schlimmste Tag des Jahres. Es riecht für die Hundenase ungewohnt und verbrannt, unerwartet knallt und donnert es aus allen Ecken. Noch dazu wird das Spektakel von bunten Lichtblitzen begleitet.

Mit diesen Tipps könnt Ihr Eurem Hund helfen, die Tage vor Silvester und den eigentlichen Silvesterabend entspannter zu gestalten.

 

Spazieren gehen:

Versucht die große Spazierrunde auf den Vormittag des 31.12. zu legen und meidet die Zeit zwischen 20:00 und 02:00 zum Gassi gehen.

Auch in den Tagen vor Silvester wird oft schon losgeböllert. Verlegt die größeren Spaziergänge daher nach Möglichkeit ein bisschen an den Stadtrand und achtet auf die Menschen, die Euch entgegenkommen. So könnt Ihr eventuellen „Piratenwerfern“ ausweichen.

Lasst Eure Hunde außerdem bitte unbedingt angeleint, eine Schleppleine bietet genügend Freiraum. Auch die verlässlichsten Hunde können sich vor einem heftigen Knall so sehr schrecken, dass die das Weite suchen. Für sehr ängstliche Hunde empfiehlt sich die Doppelsicherung, also eine Sicherung an Brustgeschirr und Halsband oder gleich ein Sicherheitsgeschirr, wie es schon von vielen Anbietern erhältlich ist.

 

Beschützter Raum:

Bitte nehmt Euren Hund nicht auf eine Silvesterparty mit, sondern bleibt mit ihm und eventuell handverlesenen Menschen- und Hundefreunden zuhause. Schließt außerdem alle Fenster Eurer Wohnung oder Eures Hauses und nach Möglichkeit auch die Jalousien oder Vorhänge. Viele Hunde reagieren nicht nur auf das Krachen der Silvesterraketen, sondern auch auf deren Lichtreize.

Wenn Euer Hund gerne eine Box als Rückzugsort nutzt, deckt diese großflächig mit dunklen Decken ab und schafft so eine Höhle in der Euer Hund sich verstecken kann. Lasst die Box aber bitte zu jeder Zeit offen und sperrt Euren Hund nicht darin ein.

Dreht das Radio oder den Fernseher auf, damit der Donauwalzer ein wenig die Knallerei von draußen mildern kann und Euer Hund eine bekannte Geräuschquelle hört.

 

Zuspruch:

Lange Zeit hielt sich das Gerücht, man solle auf die Unsicherheit oder Angst des Hundes nicht eingehen, um ihn in diesem Verhalten nicht zu unterstützen. Das ist schlichtweg falsch.

Bitte lasst Euren Hund am Silvesterabend nicht mit seiner Angst alleine. Sprecht ihm gut zu, ohne dabei selbst in Aufregung zu geraten. Bietet ihm die Möglichkeit für Körperkontakt, wenn er das möchte, akzeptiert aber auch, wenn er lieber von Zimmer zu Zimmer laufen will, um erst nach dem Rundgang wieder bei Euch anzukommen.

 

Alkohol und Medikamente:

„Finger weg von den Drogen“, gilt auch für unsere Hunde. Ein Stamperl Eierlikör soll helfen und der besorgte Tierarzt von nebenan verschreibt Psychopharmaka.  Manche dieser Mittel lassen Euren Hund zwar äußerlich ruhig erscheinen (Muskelrelaxans), während er aber gleichzeitig das volle Ausmaß seiner Panik wahrnimmt und dabei noch bewegungsunfähig ist.

Auch Alkohol ist in diesem Zusammenhang eher bedenklich. Alkohol ist ein Nervengift und der Einsatz an unseren Fellnasen daher abzulehnen. Auch bei der Dosierung von Chihuahua zu Deutscher Dogge wäre es wohl mit „einem Stamperl“ nicht getan.

 

Panische Hunde:

Hat Euer Hund am letzten Silvesterabend panisch reagiert und die Nacht war für Euch und Euren Hund kaum erträglich, überlegt Euch, für diesen Abend eine einsame Hütte irgendwo am Berg zu mieten. Ihr könnt auch einen Dreitagesausflug in ein Land unternehmen, in dem die Gesetze strenger sind oder Silvester nicht auf die gleiche Art und Weise mit Feuerwerkbegleitung gefeiert wird, wie bei uns.

Selbstverständlich kann auch intensives Training mit Entspannungssignal und Geräuschdesensibilisierung Eurem Hund helfen, zukünftige Silvesterabende entspannter zu verbringen. Das Üben dieser Rituale und Signale hat aber nur Sinn, wenn es frühzeitig erfolgt und nicht erst eine Woche vor dem Jahreswechsel.

 

Weitere Hilfsmittel:

Aus dem Bereich des Tellington-Touch gibt es spezielle Bandagen und auch das Thundershirt, die von vielen HundehalterInnen sehr erfolgreich bei Gewitter- oder Silvesterangst eingesetzt werden. Sie sind recht leicht anzulegen und viele Hunde sprechen erstaunlich schnell mit entspannterem Verhalten darauf an.

Grundsätzlich sind dies aber unterstützende Hilfsmittel, die Euer Hund nicht erst am Silvesterabend, sondern schon vorher in sicherer Wohlfühlatmosphäre kennen lernen sollte.