„Und wieder mal ein Labrador an der Kette .. ich suche für diesen tollen, 1 Jahr alten Labrador, liebevorlle Menschen .. ein Rüde der seine ganze Welpen-Zeit an der Kette verbracht hat!“

So wird ein schwarzer Hund mit Kette um den Hals angepriesen, der mit traurigen Augen in die Kamera schaut.

„.. ein Welpe der sein ganzes Leben hinter Gitten verbracht hat .. Erst Tötung, dann im Tierheim .. Und seit dem warten wir auf das große Wunder .. Bitte teilt diesen liebevollen kleinen Mann noch mal .. er ist jetzt ca. 1 Jahr alt.“

Ein kleiner struppiger Welpe klammert sich mit den Vorderpfoten an Gitterstäbe.

Fließen bei Euch schon die ersten Tränen, wenn Ihr diese Texte lest? Möchtet Ihr die dazugehörigen Bilder sehen, um auch ganz sicher zu gehen, dass diese Hunde leiden und dringend einen neuen Platz bekommen?

Wer von Euch holt denn den mindestens 35 kg schweren, schwarzen Hund, der angeblich noch nie etwas Anderes als den Radius seiner Kette gesehen hat nach Hause und schenkt ihm ein warmes, kuscheliges Plätzchen auf dem Sofa?

Und der struppige Welpe, der schon so viel Leid erfahren musste? Irgendwelche Idioten haben ihn aus der Tötung „freigekauft“ (fraglich), damit er dann in einem Tierheim sein Schicksal fristen muss.

Ein kurzes Wort hierzu: ja, es gibt sogenannte Tötungsstationen.Das sind Tierheime, in denen auf der Straße eingesammelte Hunde eine befristete Zeitlang aufbewahrt werden. Werden sie innerhalb dieser Frist nicht abgeholt, droht ihnen Euthanasie. Die Zustände in so einer „Tötung“ sind gewiss schlimm. Aber die Bedingungen in einem Tierheim desselben Landes sind bestimmt nicht erheblich besser.

 

Ja – dies ist mein Plädoyer gegen unseriösen Auslandstierschutz wie er vielerorts betrieben wird und auch floriert.

Florieren? Wie ein Unternehmen? Ganz genau so. Ein Großteil dieser herzerweichenden Geschichten ist Geldmacherei der allerwiderlichsten Art. Eine traurige Historie über massenhaftes Tierleid. Es macht mich wütend und bricht mir das Herz.

Die lokalen Tierheime sind überfüllt mit Hunden und sie bemühen sich diese Tiere mit einem ehrlichen Anzeigentext und gutem Gewissen an BesitzerInnen zu vermitteln, die auch auf die Aufgabe, die ein Second-Hand-Hund mit sich bringt vorbereitet werden sollen. Texte, wie ich sie eingangs erwähnt habe, finden in seriösem Tierschutz, der den Hunden und nicht dem eigenen Geldbörserl zuliebe betrieben wird, keinen Platz.

 

„Aber bei uns gibt es doch nur Listenhunde.“

Ich höre diesen Satz in letzter Zeit zu oft. Natürlich gibt es Tierheime, in denen sich vermehrt Listenhunde finden. Das hängt mit orthografischen Gegebenheiten und den Vorlieben der Menschen zusammen, die in der Nähe leben.

Listenhunde sind aber auch keine „schlechten Hunde“ und können zu liebevollen Begleitern werden können, wenn sie die Chance dazu erhalten. Abgesehen davon sind die österreichischen Tierheime aber noch mit ganz anderen hündischen Insassen überfüllt.

Sie sind voll mit Auslandstierschutzhunden. Mit Kettenhunden. Mit Welpen aus der Tötung. Sie sind überfüllt mit Hunden, die aus Mitleid angeschafft wurden. Geretteten Lebewesen, die eigentlich nur vom Regen in die Traufe gekommen sind. Oder von einem Land ins nächste. Von einem Tierheim in ein anderes.

Wenn Ihr also das nächste Mal spürt, wie Euer Herz eng wird, wenn Ihr einen dieser unglücklichen Hunde auf Facebook seht, scrollt bitte weiter. Das ist nicht herzlos, sondern intelligent. Das ist die einzige Art und Weise wie Ihr selbst dazu beitragen könnt, dass mit Tierschutzhunden und ihrem Leid kein Geld gemacht wird.

 

Informiert Euch in Eurem eigenen Land über Tierschutzhunde.

Vielleicht sitzt Euer Neuzugang nicht im Tierheim ums Eck, sondern in einem anderen Bundesland. Vielleicht wird er privat von einer engagierten Person vermittelt oder über eine Pflegestelle, die mit einem österreichischen Verein oder Tierheim zusammenarbeitet.

Lest den Anzeigen-Text „Eures“ Schützlings genau und geht ihn dann besuchen. Verbringt LIVE Zeit mit ihm und lernt ihn näher kennen.

Aber verliebt Euch bitte nicht in traurige Geschichten und traurige Augen. Tut ihr das, verliebt Ihr Euch nur in Tierleid.