Ihr befindet Euch jetzt in unserem kleinen Mehrhundehaushalt. Die Gedanken und Geschichten, die Ihr hier findet haben wenig informativen oder wissenschaftlichen Inhalt. Sie sind lustig, traurig, nachdenklich und manchmal vielleicht unsinnig.

Es ist mir ein besonderes Anliegen diese Geschichten mit Euch zu teilen seit ich den Beitrag einer mit Hunden arbeitenden Mehrhundehalterin gelesen habe, der mich sehr traurig gemacht hat. Sie schreibt in diesem Beitrag offen und ehrlich darüber, dass sie sich zwar freut, wenn die von ihr online gestellten Fotos ihrer Hunde gut bei ihrem Klientel und Bekanntenkreis ankommen, dass Mehrhundehaltung aber ganz und gar nicht lustig ist und ihr eigenes Leben dadurch ziemlich eingeschränkt und mit vielen Abstrichen verbunden ist.

Ich habe den Artikel aufmerksam und wirklich erstaunt gelesen und konnte eigentlich keinen der Punkte nachvollziehen, da es für mich nichts Schöneres gibt, als mit mehr als einem Hund zusammen zu leben.

Das hat zum einen den Grund, dass ich Hunde unglaublich gerne streichle, mein Gesicht in ihrem Fell vergrabe, ihre Pfoten küsse, ihnen verrückte Spitznamen gebe und ihnen etwas vorsinge. Ein einzelner Hund hätte von meinem Liebesgetue sicherlich bald „die Schnauze voll“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich bin daher froh, dass sich meine Hunde die viele Liebe und Aufmerksamkeit teilen können.

Zum Anderen hat mir meine frühere Arbeit als Hundesitterin und meine Verantwortung als Mama von zwei Hunden tiefere Einblicke in die Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Hunden gegeben, als jede Menge in Zeitlupentempo analysierten Hundevideos mir je geben hätten können.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Hunde, die im selben Haushalt leben soviel feiner und subtiler mit ihren felligen Mitbewohnern kommunizieren, als sie es selbst mit ihren besten Hundewiesenkumpels tun würden. Ich bezeichne das gerne als „Feinmotorik“ in der Kommunikation.

Natürlich ist es dazu notwendig, dass sich die Hunde, die zusammen leben sollen zumindest ein bisschen „riechen“ können. Sie müssen ja nicht gleich jedes Körbchen miteinander teilen, aber eine Grundpassung sollte schon da sein. Es ist meine Aufgabe als Wohnraumzurverfügungstellerin auf diese Dinge zu achten und ich war gottseidank noch nie in der Situation einen Hund abgeben zu müssen, schlicht weil es mit dem anderen Hund im gemeinsamen Haushalt kein Miteinander geben konnte. Ich hoffe auch, dass dieser Tag nicht kommt.

Wer mehrere Hunde gemeinsam halten möchte, muss natürlich Abstriche machen. Dieselben wie mit einem Hund. Man muss nach wie vor Gassi gehen, man muss nach wie vor füttern, man muss sich nach wie vor Zeit für seine Hunde nehmen.

Nur, dass man mit jedem Hund, der neu dazukommt neu in Kauf nimmt, dass dieser Hund vielleicht chronisch krank ist, oder einer der anderen Hunde krank wird, Futtermittelunverträglichkeiten dazukommen, die die Fütterung schwieriger gestalten, Verhaltensprobleme den Spaziergang zum Spießrutenlauf machen, man auf einen Hund mehr Rücksicht nehmen muss, dass man aus unterschiedlichen Gründen seinen Tagesplan umstellen muss, der neue Hund nicht alleine bleiben kann, und, und, und…

Ich könnte ewig so weitermachen. Es ist nun einmal so, dass wir für jedes Lebewesen, das wir in unseren Haushalt holen (bitte keine „Wuffi hat aber MICH ausgesucht“-Sprüche) Verantwortung übernehmen und diese bis zum Tod von diesem Tier tragen!

Deshalb ist es ganz einfach, sich vorher zu überlegen, ob ein zusätzlicher Hund eine gute Idee ist oder nicht.

Die erste Frage muss lauten: „Bin ich mit meinem Hund glücklich, so wie er ist? Ist der Alltag mit ihm ein Vergnügen? Oder bringt mich die Haltung dieses Hundes häufig an meine Belastungsgrenzen?“

Kann man guten Gewissens sagen: „Ja, ich lebe gerne mit meinem Hund zusammen und mein Alltag wird durch ihn bereichert,“ kommen wir zur zweiten Frage:

„Wenn ich einen zweiten Hund dazunehme und einer meiner Hunde entwickelt massive gesundheitliche oder verhaltenstechnische Probleme, habe ich dann die Zeit und das Geld, um immer noch gut für beide Hunde und für mich selbst sorgen zu können?“

So einfach könnte es sein. Die Frage nach dem „Warum nehme ich mir überhaupt einen Hund und welcher soll es genau sein?“ stelle ich hier nicht – wir Menschen wissen genau, nach welch subjektiven Kriterien wir unsere Hunde aussuchen, obwohl wir von kompetenten Menschen gut überlegte und qualifizierte Ratschläge holen könnten.

Kommen wir also zurück zum eigentlichen Thema. Ich liebe es mit meinen beiden Hunden zusammenzuleben und ab und zu auch ihre Hundefreunde zu Besuch zu haben.

Ich liebe die Art und Weise, wie sie miteinander umgehen, wenn sie nebeneinander- oder aneinander gekuschelt schlafen, oder wenn einer von ihnen einen harten Tag hatte und den Anderen dann nicht mehr in seiner Nähe haben möchte.

Ich liebe es ihnen dabei zuzusehen, wie sie um Spielzeug raufen und dabei nie den Bogen überspannen, oder wie sie sich frech gegenseitig austricksen.

Ich liebe es, wie sie beim Spazierengehen füreinander einstehen, wenn fremde Hunde sich zu rüpelhaft (grobmotorisch ^^) einem ihrer Gruppenmitglieder gegenüber verhalten.

Und ich liebe es, wie sie meinen Alltag bereichern, wie sie mich auffangen können, wenn es mir nicht gut geht und wie sie mir mit den Eigenheiten, die ihre Persönlichkeit ausmachen, auch mal ein bisschen auf die Nerven gehen können.

An einigen dieser Geschichten möchte ich Euch teilhaben lassen und hoffe, dass ich ein wenig von der Freude, die meine Hunde mir bereiten, weitergeben kann.