Wenn große mit kleinen Hunden spielen sieht das auf den ersten Blick meist niedlich aus. Trotzdem ist hier ganz besondere Vorsicht angebracht. Denn beim „Spiel“ sollen sich beide Seiten wohl fühlen.

Sehen wir also einmal von ganz offensichtlichen Signalen, wie quietschen, schreien, weglaufen, beim Menschen oder unter Tischen/Bänken Schutz suchen, die das Unbehagen des kleineren Hundes deutlich machen, ab, müssen wir noch immer darauf achten, welche sonstigen Versuche Unwohlsein zu kommunizieren vom größeren Spielpartner vielleicht übersehen werden.

Geht der kleinere Hund nach einer kurzen Atempause wieder auf seinen größeren Spielpartner zu? Fordert er ihn zum Spielen auf? Oder dreht er sich weg, gähnt, bleibt liegen und findet einen Grashalm plötzlich sehr viel interessanter als den anderen Hund?

Ich sehe häufig Videos in denen Menschen sich darüber amüsieren, wie entzückend ein sehr großer mit einem deutlich kleineren Hund spielt und dabei übersehen, wie unwohl der kleine Hund sich in diesem mutmaßlichen „Spiel“ fühlt. Leider gibt es hier auch keinerlei Wissen und Verständnis von Menschen, die es eigentlich aufgrund ihrer Ausbildung besser wissen sollten, vor allem, wenn es um den eigenen Hund geht, der hier angeblich so wundervoll spielt.

Ich möchte daher ein Video zeigen, in dem eine 40 kg schwere weiße Schäferhündin mit einem 5 kg leichten Zwergpudelrüden spielt.

Die normalerweise sehr wilde und sehr körperbetont spielende Hündin gibt dabei sehr gut auf den kleinen Rüden Acht und bewegt sich langsam und vorsichtig, obwohl ihre Körpersprache darauf schließen ließe, dass sie gerne aktiver mit ihm spielen würde. Trotzdem ist der Zwergpudel weit außerhalb seiner Komfortzone und versucht die Hündin mit Aufstellen zu bremsen. Obwohl die Schäferhündin sehr behutsam mit ihm umgeht, zeigt der kleine Mann nicht viele Anstalten das Spiel (das großteils nur von der Hündin ausgeht) vertiefen zu wollen.

Der Grund, warum das Spiel in diesem Fall dennoch nicht von Menschenhand (sondern am Ende von meiner genervten Mateja) unterbrochen wird ist, dass der Zwergpudel andererseits auch nicht versucht, von der Hündin wegzukommen und nicht nach Hilfe sucht. Es ist nicht leicht für so kleine Hunde „große“ Spielpartner zu finden, die auf die Größe oder eben „Kleine“ ihres Spielpartners so viel Rücksicht nehmen.

Genau das ist aber der wichtigste Punkt für Klein(st)hundebesitzer. Spielpartner für den eigenen Hund zu suchen, die entweder in der Größe adäquat und damit nicht gefährlich für den kleinen Hund sind, oder über ein gutes Sozialverhalten und Kommunitkationsrepertoire verfügen.

Egal wie „freundlich“ ein großer Hund sein mag – wenn er den Chihuahua-Welpen bei der Annäherung über den Haufen rennt, hat dieser möglicherweise gelernt, dass die Annäherung eines großen Hundes Schmerzen bedeutet und er wird seine Reaktion auf solche Situationen in Zukunft anpassen.

Klicke hier um das Video anzusehen.