Ich muss gestehen ich habe einen Fehler gemacht.

Keinen kleinen Fehler. Nicht im Vorübergehen. Oder einen, den man leicht wieder ausbügeln kann.

 

Diesen Fehler werde ich lang bereuen. Und ich werde nächtelang kein Auge zumachen.

Aber lasst mich doch von Vorne beginnen.

Eine gute Freundin hat einige Luxuskörbchen für ihren Hund. Wenn ich mit meinen Puppies zu Besuch bin, werden diese herausgeräumt, damit jeder ein kuscheliges Plätzchen hat.

Hier kommt der professionelle Körbchentester aka Furio ins Spiel.

Elegant lässt er sich zuerst in einem Kuschelbettchen nieder und dann in einem anderen. Dazwischen wirft er mir herausfordernde Blicke aus seinen schwarzen, kugelrunden Augen zu: „Siehst Du, so eines brauche ich. Oder vielleicht doch dieses hier?“

Irgendwann endet er mit geschlossenen Augen, tiefen, zufriedenen Atemgeräuschen und einem Zungenspitzchen, das zwischen den Zähnen hervorlugt, in einem der Luxuspölster und ist den ganzen Abend nicht mehr ansprechbar.

Nun gut – mehr Wink mit dem Zaunpfahl benötigt eine aufmerksame Hundemama wie ich dann tatsächlich nicht. Mit den nächsten verdienten Euros geht es sofort in eines der vielen Hundegeschäfte. Diese sind schließlich nur dazu da, meinen Hund zum Strahlen zu bringen und meinen Geldbeutel erheblich zu erleichtern.

Herr Hund probiert vor Ort einige luxuriöse Modelle aus und ich warte auf den herausforderndsten Blick, den diese schwarzen Glubschaugen zustande bringen.

 

Da ist er: der „Bitte kann ich gleich hier übernachten“-Blick.

„Wir nehmen es mit, mein Prinz!“
Gesagt getan, Luxusbett und Hunde ins Auto.

Sogleich wird das Flauschibauschi-Körbchen im Schlafzimmer aufgestellt. Bevor es noch in seiner ganzen Rundung den Boden berührt, staksen schon vier elegante Whippetbeine darin herum.

„Gehört es wirklich mir?“ Wieder dieser Blick, der meine Seele zum Schmelzen bringt.
„Nur diiiir,“ gurre ich.
Zufrieden schließen sich die schwarzen Augen.

Einen Moment lang bin ich sicher, die perfekte Entscheidung getroffen zu haben, aber spätestens am Abend, als ich ins Bett gehe und etwas fehlt, durchdringt mich die grausame Erkenntnis.

 

Das Unheil ist geschehen, der Fehler ist begangen. Irreversibel. Seit drei Nächten schlafe ich nun allein.

Dankeschön, auf Wiedersehen!
Adé, kuschelige Whippetwärmeflasche in meinem Bett.
Auf Nimmerwiedersehen, Löffelchenliegen mit dem Prinz.
Eine sachte Pfote auf meiner Schulter, die mich bittet, die Decke hochzuheben?

Das Alles ist jetzt Geschichte!

Ich weiß nicht, ob der Erbsenprinz meinen inneren Aufschrei gehört hat, aber gerade sieht er mich mit seinem Seelen-Check-Blick an.

 

„Du bist die beste Mama auf der Welt,“

“Du bist die beste Mama auf der Welt,” blinzelt er und räkelt sich in seinem Körbchen.
„Unfehlbar,“ wispert er und ich weiß, dass er mich um die kleine Kralle wickelt und mir meinen Riesenfehler als großartige Idee verkauft.
„Ich bin also die großartigste Hundemama?“ frage ich.

Keine Antwort – das untreue Ding schläft schon wieder. Und ein leises Lächeln umspielt seine Mundwinkel.